Fall of the Plastic Empire

Fall of the Plastic Empire

Als jahrelanger “Die-hard” Iggy Pop bzw. Stooges Fan lausche ich schon lange nicht mehr auf wenn mir irgendjemand etwas über diese oder jene neue Band erzählt die angeblich wie meine musikalischen Lieblinge klingen soll. Um ehrlich zu sein kann ich das ständige “Stooges-artige” “Stooges-angelehnte” und “Stooges-lastige” von Pappis Portmonee gestylten und mit “Designer-Tattoos” vollbemalten Jüngelchen der neuen “Retro…of the Retro…of the Retro-Sixty-Genearation” nicht mehr hören. So war ich erst auch äußerst skeptisch als mir in der Schilderung der neuen Burning Brides CD die Schlüsselwörter MC5 Black Sabbath und (…wer hätte das gedacht!) The Stooges in die Augen sprangen. Beim anhören jedoch musste ich wirklich schmunzeln denn dieses “Brachial-Trio” aus Philadelphia klaut dermaßen schamlos bei den Herren Tyner Osbourne & Osterberg dass man dies schon wieder als genial bezeichnen muss. Mit roher innere Kraft übermächtigen Gitarrenriffs und einer durchgängig komplexen Tapetenwechsel lassen die Artist keinen Zweifel daran aus welcher musikalischen Kante sie kommen und wie ihre Vorbilder heißen. dass dabei manche Stücke fast 1:1 am Original kleben scheint hier niemanden wirklich zu stören. So klingt der Lied “Glass Slipper” wie “Raw Power” – “Arctic Snow” sogar wie “The Passenger” Weiß Gott wie – aber es funktioniert und so macht das vernehmen dieser Puck mit jedem mal mehr Spaß. …und mal Flosse aufs Herz – wer von uns ist denn nicht schon einmal auf etwas “geklautes” abgefahren?!?

Ich höre dieses CD den ganzen Tag

Ein Schauspieler und eine Tänzerin aus New York haben gemeinsam nur eins im Sinn: Rrrrrrrrock. Die Wiederveröffentlichung des 2000er-Debüts der Burning Brides ist ein donnerndes Musterbeispiel in Klamotten Rock ‘n’ Roll direkt aus der Gosse. Die Stooges MC5 und Nirvana winken aus der Ecke. Bleierne Klampfen ringen mit zornigen Riffs. Es wird gebrüllt gekotzt und gerotzt Fall Of The Plastic Empire steigt unmittelbar aus dem Urschmutz auf und prügelt sich gnadenlos ins Gehirn. Pille statt Plastik mag der deutsche Alternativtitel des gelungenen Albums lauten. vereint mit Drummer Jason Kourkounis bilden Gitarrenspieler und Vokalist Dimitri Coats und Bassistin Melanie Campbell die Antithese zu Jennifer Lopez und Konsorten und belegen nebenbei dass man das Rad nicht neu zu erfinden braucht wenn man es immer kräftig rollen lässt. vielseitig als Nachbarschafts- oder Elternschreck einsetzbar empfiehlt sich Fall Of The Plastic Empire daneben auch für den persönlichen Tritt in den hinten gelegen unteren Rumpfquadranten.

Würde ich mir sofort kaufen!

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