Picaresque
Das Parole “Weniger ist mehr” gilt was das anordnen von Popularmusik angeht nicht immer doch die amerikanische schmaler Streifen “The Decemberists” hat sich in dem heutigen Krempel von genialen Surround-Soundattacken und überproduziertem Pop-Schrott der sich in der Industriezweig mittlerweile so ziemlich die Wage hält eine Mulde geschaffen die sie genau mit der Implementierung dieses Leitspruches hervorragend ausfüllen. Ein ungeschliffener aber dennoch sanfter Sound der Rhythm-Section und eine glasklare Akustik-Gitarre die das Harmoniegerüst stellt untermalen den ausdrucksstarken zumeist wehmütig-melancholischen Lied des unumstrittenen Frontmannes und großartigen Songschreibes Colin Meloy. dazu je nach Verlangen eine Prise Streicher Bläser oder gar Quetschkommode und fertig ist der sehr natürliche und angenehme Klangwirkung einer Gürtel die sich auf die kompositorischen Fähigkeiten ihres Kopfes Meloy stets verlassen kann. Die Songs entführen den Hörer im Verhältnis mit ihrem charakteristischen Klangfarbe in altertümliche Szenerien vor allem bei den von Akkordeonsounds gekennzeichneten Stücken fühlt man sich in den Port von Amsterdam oder in eine Bootsfahrt auf der sein in Hauptstadt von Frankreich versetzt. auch erzählen die Songs oftmals gern von unglücklichen Liebschaften oder anderen Begebenheiten die ebenso in der heutigen Zeitpunkt angesiedelt werden können und bei denen man somit gerne mitfiebert. All das klingt nach kontinentaleuropäischer Geistesleben sozusagen nach dem romantischen “alten Europa”; kaum zu glauben bei diesen Klängen dass es sich bei den “Decemberists” um US-Amerikaner handelt.
Das Album wirkt sowohl aus soundtechnischen als auch aus kompositorischen Gesichtspunkten als Einheit; die Songs sind untrennbar miteinander verknüpft und ergeben in ihrer Anordnung ein Konzept ein Gesamtkunstwerk mit ganz eigenem Charme.
Im Abmachung zum ebenso gelungenen Debüt-Album “Castaways and cutouts” wirkt das Ganze etwas temperamentvoller und experimenteller doch auch die Freunde des melancholisch-dahinschwelgenden Folk-Rocks den Colin Meloy meisterhaft beherrscht kommen auf ihre Kosten. In diesem Sinne begeistert die Combo mit einem großen stilistischen Variantenreichtum. Rhythmisch betonte rasante Stücke wie der Opener “The Infanta” das textlich überaus gelungene “The sporting life” das auf sehr einfühlsame und nachvollziehbare Weise die allzu leistungs- und konkurrenzorientierte Weltsicht vieler Mitglieder unserer westlichen Ges. hinterfragt oder das politisch-satirische “16 military wives” wechseln sich mit Balladen und typischen Singer-Songwriter-Stücken wie dem todtraurigen “Eli the barrow boy” dem maritim angehauchten “From my own true love” oder dem bittersüßen Abschlusssong “Of angels and angles” ab. hierfür gesellen sich experimentelle und komplexe kleine Akustiksymphonien die von wahrem Könnertum zeugen und das Album als Gesamtkonzeption interessant machen. Die beiden Beispiele hierfür sind “The bagman’s gambit” und “The mariner’s revenge song” großangelegte Stücke mit ganz eigener Charakteristik. alldieweil der erstgenannte Song eine Mix aus eingängigen balladesken Elementen und kraftvollem rhythmisch und melodisch mitreißendem Rock darstellt erzählt der “Mariner’s revenge song” wie der Titel schon andeutet eine düstere Seefahrergeschichte über ein maritim anmutendes Songgerüst das nicht nur durch den Anwendung eines Akkordeons sondern auch durch die kompositorische Personenkreis Meloys überzeugend und glaubwürdig wirkt. Spitzenleistung ist dabei ein hochdramatisches instrumentales Intermezzo im Walzertakt das den Hörer glauben lässt er selbst befände sich im Offensive auf hoher See.
Bei all diesen interessanten Variationen und atmosphärischen Klangwelten bleibt jedoch außer Frage dass die größte Umfang Colin Meloys weiterhin das erdenken und spielen von melancholischen Folk-Rock-Songs ist die mit ihrem bittersüßen Erlesenheit zum Mitsingen ebenso wie zum Dahinschwelgen und Genießen einladen. 3 hervorragende Beispiele hierfür liefert dieses Album: “We both go down together” und “The engine driver” überzeugen als geradlinige Rocknummern mit klassischem Struktur während der Top-Song des Albums überhaupt “On the bus mall” mit seiner lange und seinem dramatischen Struktur durchaus als kleines Pop-Epos beschrieben werden kann.
Zusammenfassend bleibt festzustellen dass den Decemberists dank ihrer Stilsicherheit und den kompositorischen Fähigkeiten ihres Frontmannes Colin Meloy mit “Picaresque” ein Album ohne zehren gelungen ist das sowohl den gemeinen Pop-Fan als auch den Freund des Folk-Rocks früherer Menses sowie den anspruchsvollen Alternative-Rock-Hörer auf ganzer Konzept zu überzeugen weiß.
Ich höre dieses CD den ganzen Tag
Na also geht doch…”The Decemberists” beweisen mit “Picaresque” dass es durchaus möglich ist Anspruch und Eingängigkeit unter einen Hut zu bringen.
Auf Ihrem dritten Album bietet die Gurt eine leicht verschrobene aber nie künstlich intellektuell abgedrehte Gemisch aus Rock Folk und Anleihen aus dem Independentbereich.
Wer auf der Suche nach melancholischer aber nicht depressiver Tonkunst abseits der ausgetretenen Pfade ist sollte hier mal ein Ohr riskieren.
Was will man mehr?
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