Mussorgsky: Bilder Einer Ausstellung
Wer Ustinovs grosse Gestaltungskunst( er spielt hier den betrunkenen Komponisten und den Kritiker ) und seinen Witz liebt kommt bei dieser CD voll auf seine Kosten. Ausserdem bringt er uns mit seiner Hingabe zu dieser Töne die herrliche Orchestrierung von Gortschakow so nah dass man ins (sich) wälzen gerät. sie CD kann ich nur von ganzem herzen empfehlen.
Super geil!
Der unvergessene Musiker Nero — Peter Ustinov einstiger Star von Quo Vadis — nun stocktrunken frierend nachts auf der Parkbank ausgeschlossen von der Menschheit. Ein großer Schauspieler in einem neuen Anziehsachen eine fröstelnde Muse vor dem Alkoholende.
Welch eine faszinierende Einfall des Schauspielers und Erzählers Ustinov durch die Bilder einer Ausstellung musikalisch zu promenieren und einem Konversation Mussorgskys mit dem Kunstkritiker Stasow zu lauschen! Der renommierte Sir sprudelt hier über vor kreativer Expressivität. doch warum durfte kein Mittdreißiger der Idee Ustinovs eine passendere Stimme verleihen? nach sich ziehen wir es doch hier mit keinem alternden Goethe oder Thomas Kerl zutun!
Das Nebeneinander von katastrophalen Entstehungsbedingungen der Komposition und der prominenten allseitsbekannten Tonkunst wäre für sich allein schon ordensverdächtig. dass sich aber der Chorleiter Karl Anton Rickenbacher — an eine erfolgreiche Gemeinschaftsarbeit mit Sir Ustinov gewöhnt — für die nahezu unbekannte russische Instrumentierung Sergej Gortschakows (1955) entschied ließ Modest aus seinen kostbaren französischen Rüschen herausschlüpfen die ihm Ravel angelegt hatte und lässt ihn in solide russische Stiefel eintauchen.
Das romanisch Filigrane scheint durch die kraftvolleren schwereren übermalen Russlands ersetzt. In dem Portrait “Katakomben” wird die Atmo noch tiefer dunkler bassiger. Zwei weitere Tuben verstärken diese Unterwelt. Raffinierte Klangkonstellationen etwa die Saxofon-Passagen Ravels im “Alten Schloss” werden von einer gedämpften Trompete übernommen. stattdessen kläffen Sopransaxofone das “Goldenberg-Schmuyle-Gezänk” und nicht die Trompete. stärken solche Veränderungen nun das russische Kolorit?
immerhin lassen sie die Musik des zerrütteten Genies noch düsterer noch trostloser erscheinen. falls Mussorgsky von seinem adeligen Bestandgeber unangekündigt aus seiner armseligen Hütte (Miete = Vertonungen schlechter Gedichte) herausgeworfen wird und auf der vereisten Parkbank mit anderen Obdachlosen um einen Ausschuss Menschenwürde kämpft bleibt dem betretenen Zuhörer nur ein Frosch im Hals.
Dieser kauf lohnt sich wirklich
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