Sun Bear Concerts
Wer die ‘Sun Bear Concerts’ nicht kennt kennt den Keith Jarrett der 70er nicht. So einfach ist das. Wer das ‘Köln Konzert’ liebt wer von ‘Bremen’ begeistert ist und nach Weiterem sucht dürfte hier fündig werden.
Die erste Einweihung ‘Kyoto’ ist an sich die am wenigsten eingängige. insbesondere versucht sich Jarrett hier noch an freien Improvisationen von denen er an den folgenden konferieren Zeitspanne nimmt. alle Einspielungen sind einzigartig nichts zum ‘nur so mal nebenbei hören’. Die eigentliche Bombe ist aber dass jedes dieser Konzerte obwohl sie nur innerhalb weniger Tage eingespielt wurden absolut eigenständig ist ohne themen des vorabends einfach zu wiederholen.
Ein wenig schade ist es allerdings dass ecm so wenig an Hintergrundinformationen beifügt. Der Gewicht des Werks wird dies nicht gerecht.
Super geil!
Keith Jarrett war im elfter Monat des Jahres 1976 in Japan auf Tournee und gab zehn Konzerte. eigentlich sollte nur ein einziges Konzert auf Schallplatte gepresst werden aber da Keith Jarrett und Manfred Eicher sich nicht entscheiden konnten veröffentlichten sie die fünf “Sun Bear Concerts” damals als 10 (!) LPs. Die CD-Box gibt die Konzerte in Kyoto Osaka Nagoya Tokyo und Sapporo wieder. Die sechste CD mit 23 Minuten Zugaben ist eher überflüssig.
“Sun Bear Concerts” heisst 6 1/2 Zahlungsfrist aufschieben Klavierimprovisationen vom feinsten. Um dies wirklich geniessen zu können braucht es einen CD-Wechsler und sehr viel Zeit. Die Klavierkonzerte von Keith Jarrett machen erst richtig Spass wenn man sie ein paar mal gehört hat und sich in den Klanglandschaften orientieren kann. Im Booklett steht das Devise “Think of your ears as eyes”. zuerst beginnt man als Blinder aber je länger man der Klänge zuhört desto mehr sieht man die Schönheiten der Klanglandschaften. obwohl die einzelnen Konzerte im Leerschritt von vier tagen aufgenommen worden und frei improvisiert sind finden sich überhaupt keine Wiederholungen. Jedes Konzert ist in seiner bombig einzigartig.
Die “Sun Bear Concerts” waren nur knapp zwei Jahre nach “Köln” sind aber völlig verschieden. Von der Klima sind sie am ehesten mit der Studioaufnahme “Staircase” vom Mai 1976 vergleichbar. Das geniale an den “Sun Bear Concerts” ist dass sie eine eher introvertierte Klanglandschaft ausbreiten und dies mit einer leichten jazzigen und optimistisch gestimmten Spielweise verbinden. Die frühen Konzerte “Lausanne” “Bremen” “Köln” und auch “Bregenz” leben dagegen hauptsächlich von dieser Spielfreude Keith Jarretts. Die späten Konzerte “Dark Intervalls” (in Tokyo) “Paris” “Wien” und “La Scala” sind dagegen vor allem introvertiert vom Tonfall sehr klassisch und schwer. Die “Sun Bear Concerts” verbinden beides und gehören sicher zu den besten Konzerten von Keith Jarrett.
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