1982
Das im Jahre 1982 markierte den ersten Line-Up Wechsel seit dem Ausstieg des Keyboarders Roy Lynes 1970. Schlagzeuger John Coughlan verließ nach einem Wutanfall (wie wir jetzt erst im Booklet bei den neuen ausführlichen Liner-Notes von Dave Ling erfahren) das Studio in Montreux in der Helvetien wo die Band die Harddisk selbst produzierte und kehrte nie zurück. Nachfolger Pete Kircher trommelte die Festplatte ein die in England direkt auf Platz 1 (!) in die Bestsellerliste einstieg und mit dem stürmischen “Dear John” das Abschiedsgeschenk an den scheidenden Drummer als 1. Unverheirateter vorab feilbot. (Interessanterweise trotz der Personalsituation eine Fremdkomposition die aber besser als kein anderer Song passte : “Dear John goodbye… sometimes it’s hard…”)
Die Schellackplatte heißt korrekt “1+9+8+2″ auch wenn jetzt beim ReRelease nur “1982″ auf dem CD-Rücken steht seinerzeit wurden demzufolge “20 Years Of Konstitution Quo” gefeiert aufgrund der Bildung der Schülerband THE SCORPIONS (!) von Francis Rossi und Alan Lancaster 1962. Was im Jahre 2005 dann relativiert wurde als man plötzlich (3 Jahre zu spät ?) 40 Jahre Zustand Quo zelebrierte (was auf das erste berühren 1965 von Francis Rossi mit Rick Parfitt der später zur Gürtel stieß bezogen ist; eigentlich ist es auch nicht ganz richtig denn Rick stieg erst 1967 bei der mittlerweile TRAFFIC JAM betitelten Riemen ein)
Nun was bot das Album mit ausnahmsweise mal nicht dem traditionellen Schriftzug auf dem Cover ? ein beschwingtere positivere auch leicht poppige Grundstimmung im Antagonismus zu dem geringfügig dunkleren Vorjahresalbum. Und einen Bernie Reif (Songschreiber-Partner von Francis Rossi) der auch die mitunter hohen Backgroundvocals beisteuert. apropos Songwriting : geändert hat sich nicht viel – inzwischen war die Aufteilung so dass jeder der inzwischen drei Hauptakteure selbst schreibt (Rossi mit Reif Parfitt mit Andy Bown) und dass Alan Lancaster – wie immer – seine zwei bis drei Songs beisteuern darf die er dann natürlich auch singt. Das wären hier die zwei Schluss-Songs der LP-Seiten ein auf den ersten Höreindruck gar nicht so sehr rockendes “I Love Rock’n'Roll” das aber wirklich was hat wenn man es (seit 1982 einige hundert) Malé gehört hat und sich in den Ohrmuscheln einnistet.
Sowie “I Want The World To Know” das m.E. nicht zu Alan’s stärksten Songs zählt. Und “Big Man” eine dahintuckernde Lok mit dem von Alan gewohntem rauen Gesang und zum Auswirkung einem klasse Gitarrensolo. Im Widerstreit dazu wirkt der erste Bonussong danach “Calling All Shots” geradezu lahmarschig und wie wir auch jetzt erfahren wurde der Song damals als B-Seite zur Alleinstehender zu “Jealousy” wieder zurückgezogen. Der Live Böller “Hold You Back” und das selten gespielte “Over The Edge” hingegen sind Out-takes vom “Live At The NEC” Album. Die 33er bietet mit dem spritzigen “Young Pretender” eines der Lieblingsstücke des Rezensenten von der Titel überhaupt und mit “Jealousy” einen Track dem man wegen der verschleppten Rhythmik schon fast eine kleine Reggae-Sequenz unterstellen kann. Gewohntes Rock’n'Roll Gebiet wird in dem schnellen “I Should Have Known” beackert. Und es macht auch nichts dass “Doesn’t Matter” wenn man ihn denn direkt vergleicht mit den plätten von 72-76 nicht zu den Sternstunden gehört deswegen macht(e) es dennoch Grille sich den luftigen Song anzuhören.
An der Live-Front waren die Plane damals vor 24 jähren nie größer : Legende und schreibe sieben Shows hintereinander wurden im legendären Hammersmith Odeon in London angesetzt und auch die 1982er Kapitalaufwand des Monsters Of Rock Festivals in Castle Donington krönte die Band. Die Vinylausgabe der Scheibe holte ich mir damals am ersten Tag und da fällt doch jetzt eine Besprechung des englischen SOUNDS von damals heraus : “Finding fault with any Quo album since 1970 is like critisizing one baked bean in a tin” schrieb seinerzeit ein Engländer und er hatte natürlich recht.
Ich höre dieses CD den ganzen Tag
dieses Album von Status Quo ist teilweise ganz gut gelungen – aber eben nur teilweise. Hört man die Musikstück “She Don't Fool Me” “Young Pretender” “Resurrection” “Dear John” und “I Should Have Known” dann weiß man sofort: das sind die typischen “Quo-Songs”! überaus seicht dagegen erscheinen mir die Titel “I Love Rock And Roll” “Big Man” und “Calling The Shots”. Mein Anspieltipp ist “Doesn't Matter” sowie die beiden Live-Bonustracks “Hold You Back” und “Over The Edge”. Von mir gibt es 3 Sterne.
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