Salvation
Was für ein Album! diverse Bands wären wohl glücklich hätten sie nur einen Song vom Typ dieses Alphaville-Albums auf ihrer Veröffentlichung. Salvation hat jetzt 10 Jahre auf dem Buckel und es klingt trotzdem zeitlos dynamisch und perfekt. Mit ‘Wishful Thinking’ und ‘Soul Messiah’ sind Alphaville zwei ihrer perfektesten Synthiepop-Nummern gelungen. Beim Opener ‘Inside Out’ ist Sichaufrichten der Körperhaare garantiert der Lied geht richtig unter die Haut. Richtige nieten gibt es auf dem Album überhaupt nicht zu finden. Stilistisch wieder komplett im Gliederung Synthiepop und Electronic angesiedelt wissen Alphaville wo ihre fundieren liegen. gehabt die Plattenfirma das Album besser promotet wäre ihm sicherlich ein deutlich höherer Erfolg garantiert gewesen. So aber bleibt Salvation ein ewiger Geheimtipp und ein zeitloses Werk welches den sonstigen kurzlebigen Popmüll der um 1997 produziert wurde lange überleben wird. Das sind die CD’s die ich nicht mehr missen möchte!
Wünsch ich mir schenkt es mir
schade da liefern Alphaville mit The Breathtaking Blue und Prostitute exzentrisch-raffinierte Werke ab in denen Synthpop auf Jazz Swing und Rock stößt verbreiteten bereits in den 80ern episches und ironisches auf B-Seiten – und kehren dann mit Salvation reumütig in den Schoß der Elektronik zurück. Bloß nicht falsch verstehen: Elektronik ist geil – dieses Album aber leider nicht. da die in den 15 jähren Bandkarriere gewonnene Durchtriebenheit in der Herstellung und Grandezza im Songwriting sich hier nicht wiederfinden. zwischen dem Ausgabe (eines Buches) aus ihrem Plattenvertrag rauszuwollen und noch ein Album abliefern zu müssen servieren die deutschen Synthpoppioniere ein 90-er Standardmenü zwischen Elektropop Techno und Dance dass zwar eingängig klingt und zum abzappeln animiert aber überwiegend platt und beliebig bleibt. Das liegt oft an den eher beliebigen Melodien und der mäßig einfallsreichen Erzeugung teilweise aber auch (und das ist ungewohnt bei AV) an banalen Texten. Die herausragenden Songs wirken darin verloren sollen aber dennoch erwähnt werden schließlich gibt es wegen ihnen die 3 Sterne:
Point of know return zeigt was Alphaville sein können: Brillianter Gesang intelligent-philosophische Texte und tiefe Produktion.
Dangerous Places gibt mit seiner dunklen Industrial athmosphäre und sinistrem Rap die zeitgemäße Definition von “faustisch-mephistotelisch”.
Pandora’s Lullaby beschließt das Album letztlich mit einer Gedanke wahrer Größe die an vergangene Höhepunkte anknüpft. hier kommt Golds fantastische Intonation voll zum tragen und poetische Texte fliegen über klassische Instrumentalpassagen. Na also geht doch. Nur: warum nicht mehr davon?
Was will man mehr?
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