Love
James Georgin Thirlwell der unter der Bezeichnung “Foetus” und vielen anderen Pseudonymen schon ungefähr seit einem Vierteljahrhundert auftritt hat auf der CD “Love” wiederum Stücke hervorgebracht deren Qualitätssicherung diejenige der vorangegangenen Alben nochmals übertrifft. damit ist zumindest in Stilelementen praktisch jede denkbare Stilrichtung in der Musik (außer vielleicht Rap) vertreten und in unglaublichen Klangwandgebilden die fast wasserfallartig auf den Zuhörer herunterfallen zusammengestellt. Die Zahnkrone des Ganzen ist dass es sich bei den Stücken (vor allem dem sehr eingängigen “Not Adam”) um klassische Ohrwürmer handelt – man wacht morgens mit der Tonkunst auf. eine Mahnung an diejenigen die “Foetus” noch nicht kennen: Es ist Tonkunst für erwachsene abgebrühte Zuhörer die mit düsteren bisweilen (kreativ-)krachigen und bis an die Begrenzung des Gewalttätigen kraftvoller Musik emotional umgehen könnnen ohne sich durch Dissonanzen (einschließlich des oft eigesetzten Tritonus – dem “diabolo in musica”) herunterziehen zu lassen.
Würde ich mir sofort kaufen!
Da ist er wieder der Souverän Thirlwell. wehmütig voller Bombast düster rau und schön. Nur die Streitlust hat nachgelassen.
Es wird immer wieder auf Jazz-Elemente hingewiesen. Ich dachte auch zuerst sie seien verstärkt aber bei genauerem hinhören hat er sich (trotz der genialen Orchesteraufführung in Krems) eigentlich von den Swing-Elementen ein wenig verabschiedet. zu diesem Zweck sind das Filmisch-Orchestrale im Vordergrund. Im Grunde alles Outfit die man von ihm schon einmal gehört hat aber nie so konsequent und gut umgesetzt.
Ein großes Album!
Interessanterweise erscheinen mir die Songs Blessed evening und Pareidolia an irgendetwas sehr Altes von Cop Shoot Cop angelehnt zu sein zumindest kommen wir die Melodien sehr bekannt vor. Da Cop Shoot Cop ja eigentlich nichts anderes als eine (seltsamerweise) kommerziellere Kopie von Foetus war ist das okay.
Was will man mehr?
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