Mutter

Mutter

Die Geburtstunde von “Mutter” fiel im Jahre 2001 immerhin gute vier Jahre nach dem erfolgreichen Studiovorgänger “Sehnsucht”. Nun ich kenne nur sehr wenige Bands bei denen nach so einer Zeitdifferenz die musische verbessertes Modell so verdeutlicht wird wie es bei diesem Album passiert ist. So gelang es Rammstein vom experimentierfreudigen Industrial-Metal den umfangreichen Weg des Nu-Metal zu ebenen. über die Hälfte der Lieder auf dieser Platter sind inzwischen absolute Livekracher und undenkbar wegzudenkende Klassiker in der Kniff der Protagonisten.

Umgaben uns die ersten zwei Veröffentlichungen der sechs Krapfen noch mit surrealistischen Symboliken (z.B. “Rammstein” “Du hast” “Alter Mann”…) anstößige Erzählungen (z.B. “Heirate mich” “Küss` mich”…) und dauerhaft roh verzerrte Gitarren so wird man bei diesem Bekannter in eine kalte Tiefe gerissen die einen während des Wiedergeben nicht mehr loslässt. beinah durchwegs besteht das Album aus poetisch angehauchten Protokoll schreiben die man verschieden auffassen kann. doch eines ist gleich geblieben: Die klassische provokative Schiffsseite von Rammstein geht bei “Mutter” in keiner Lied verloren.

Wie bereits gesagt finden sich viel poetische Tiefgänge bei diesem Artefakt vor. Güte Beispiele hierfür ist gleich der Opener “Mein Herz brennt” bei dem man gleich eine Untergrundorgel und eine Truppe voller Bass-Gitarren zu spüren bekommt. Bei “Sonne” hingegen liegt die Stärke in der ausdrucksvollen Sprechweise des Sängers. über die lyrischen Meisterleistungen von “Mutter” und “Spieluhr” will ich kein Satzpartikel verlieren. durchscheinend gibt es auch reine Headbanger wie “Links 2 3 4″ dem mediengewidmeten “Ich will” und der Tonspur zum Film “xXx – Triple X” “Feuer frei!” bei denen die Texte schnell verstanden werden. ersterer ist bekannterweise eine Verweigerung der rechtsextremen Anschuldigungen der Band. nur und allein “Zwitter” mag mir nicht so recht gefallen. Im Gegensatz zu den anderen Liedern erscheint mir dieser eher unbedeutend belanglos. An den vergangenen Epochen von 1995 bis 1997 wird man aufgrund der sexistischen und brutalen Texte bei “Rein – Raus” und “Adios” erinnert. Das ist doch eine wahre Vielfältigkeit finden Sie nicht? un… zuletzt möchte ich mit meinem persönlichen Favoriten “Nebel” abschließen der romantischste und tiefgängigste Dauerbrenner. diesseits sind die Keyboards im Vordergrund die den Dampf in der Erzählung brillant darstellen. Ein toller Abschluss.

Fazit: Bei “Mutter” wird man am allgemein gefälligsten und heutzutage repräsentativsten Ausarbeitung von Rammstein findig. Kein Zeichen die beliebten fundamentalen Texte werden mit mächtig ausdrucksvollen Musikspiel vereint. Wer hätte gedacht dass Macht so schön sein kann.

Würde ich mir sofort kaufen!

nach dem erfolgsalbum “sehnsucht” hatte ich erwartet dass die band sich nur noch selbst kopieren würde. stilistisch waren sich herzeleid und sehnsucht ja nun auch nicht eben unähnlich und soundtechnisch klang herzeleid als wäre es gerne sehnsucht gewesen. und dann kommt die “sonne” und alles ist anders. der sound ist dreckiger die songs und riffs irgendwie räudiger und gleichzeitig um so vieles filigraner als die vorgänger dass es einen munter zur seite fegt. das viel gelobte “sonne” ist zwar nur ein hübscher gassenhauer aber “zwitter” “spieluhr” “ich will” und “adios” brennen einem das fell aus den ohren. und mit “mutter” und vor allem “nebel” sind zwei wunderschöne obwohl hemmungslos düstere songs mit von der partie. lediglich die tatsache dass sich gleich 5 nicht gar so mitreißende nummern auf dem album befinden schmälert den gesamteindruck. allerdings nicht ausreichend um nur 4 sterne zu vergeben.

Dieser kauf lohnt sich wirklich

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